Vom „Elektroauto? Niemals!“ zum XPeng G9

Von Tesla zu XPeng G9: Vom BMW X6 über Tesla Model 3 und Audi SQ7 zum XPeng G9
Vom leistungsstarken Verbrenner über den Tesla Model 3 Performance bis zum XPeng G9: Meine Einstellung zum Elektroauto hat sich in den vergangenen Jahren gründlich verändert.

Wenn mir vor einigen Jahren jemand erzählt hätte, dass ich einmal mit Begeisterung Elektroauto fahre und später ganz bewusst von Tesla zu XPeng G9 wechseln möchte, hätte ich vermutlich ziemlich entschieden widersprochen.

„Elektroauto? Kommt mir nicht auf den Hof.“

So ungefähr war tatsächlich meine Einstellung.

Ich mochte Autos schnell, leistungsstark und ehrlich gesagt auch gerne ein bisschen laut. In den letzten Jahren hatten meine Fahrzeuge eigentlich fast immer mindestens 300 PS – und gegen einen kräftigen Motorsound hatte ich definitiv nichts einzuwenden.

Heute sieht die Sache ziemlich anders aus.

Seit Februar 2022 fahre ich einen Tesla Model 3 Performance. Ende 2026 beginnt für mich das nächste Kapitel: Dann soll ein XPeng G9 seinen Platz übernehmen.

Und eines möchte ich gleich vorwegnehmen: Ich wechsle nicht, weil ich mit meinem Tesla unzufrieden bin.

Ganz im Gegenteil.

Wie aus meiner früheren Haltung „Elektroauto? Niemals!“ erst ein Tesla und schließlich die Entscheidung für einen XPeng G9 wurde, ist eine etwas längere Geschichte.

Und sie beginnt interessanterweise nicht mit einem Elektroauto, sondern mit einem ziemlich teuren Verbrennerproblem.

DER ERSTE WENDEPUNKT

Der BMW X6 M50d – und ein teurer Turboschaden

Mein damaliger BMW X6 M50d passte ziemlich genau zu der Art Auto, die ich gerne gefahren bin: groß, kräftig, schnell und mit reichlich Leistung.

Mein früherer BMW X6 M50d
Mein BMW X6 M50d – leistungsstarke Verbrenner waren lange genau meine Welt.

Dann stellte die Werkstatt nach ihrer Diagnose einen Turboschaden fest.

Für die Reparatur standen nach damaliger Auskunft ungefähr 8.000 bis 12.000 Euro im Raum.

Irgendwann stellt sich dann die Frage: Stecke ich noch einmal sehr viel Geld in das vorhandene Auto – oder nutze ich die Gelegenheit und schaue mich nach etwas Neuem um?

Ich entschied mich für Letzteres.

Ein Elektroauto stand dabei zunächst allerdings keineswegs deshalb auf meiner Liste, weil ich plötzlich zum überzeugten E-Auto-Fahrer geworden wäre.

Der erste Grund war wesentlich nüchterner: Für mich als Selbstständiger war ein Elektroauto steuerlich interessant.

WARUM ICH ÜBERHAUPT EINEN TESLA PROBE FUHR

Der erste Grund war tatsächlich wirtschaftlich

Da ich das Fahrzeug auch beruflich nutzte, spielte für mich als Selbstständiger die steuerliche Behandlung eines Firmenwagens eine wichtige Rolle.

Bei einem klassischen Verbrenner hätte die private Nutzung nach der üblichen 1-Prozent-Regelung entsprechend zu Buche geschlagen.

Bei meinem Elektroauto konnte dagegen die deutlich günstigere steuerliche Behandlung für reine Elektrofahrzeuge genutzt werden. Für mich war insbesondere die damals mögliche 0,25-Prozent-Regelung ein durchaus gewichtiges Argument.

Meine Überlegung war also zunächst ziemlich pragmatisch:

„Dann fahre ich so einen Tesla eben wenigstens einmal Probe.“

Was zunächst hauptsächlich eine wirtschaftliche Überlegung war, änderte sich allerdings bereits bei dieser ersten Probefahrt ziemlich gründlich.

DIE ERSTE PROBEFAHRT

Und plötzlich machte Elektro richtig Spaß

Bereits die erste Fahrt mit einem Tesla hat meine bisherige Meinung über Elektroautos ziemlich gründlich durcheinandergebracht.

Langsam oder langweilig war daran überhaupt nichts.

Im Gegenteil.

Diese unmittelbare Beschleunigung, das direkte Ansprechverhalten und die völlig andere Art, Leistung bereitzustellen, haben mir auf Anhieb Spaß gemacht.

Elektroauto konnte also nicht nur vernünftig sein – Elektroauto konnte richtig Spaß machen.

Und erstaunlicherweise fehlte mir dabei der laute Auspuff deutlich weniger, als ich vorher gedacht hätte.

Ende 2021 bestellte ich deshalb mein erstes Elektroauto: einen Tesla Model 3 Performance.

Seit Februar 2022 fahre ich ihn.

Mein Tesla Model 3 Performance mit Werbebeschriftung
Mein Tesla Model 3 Performance – seit Februar 2022 ein fester Bestandteil meines Alltags.

ELEKTRISCH IM ALLTAG

Aus einer Probefahrt wurden Jahre

Natürlich ist eine erste Probefahrt eine Sache. Entscheidend ist aber, wie sich ein Fahrzeug anschließend über Jahre im Alltag schlägt.

Und genau dort hat mich mein Tesla eigentlich erst richtig überzeugt.

Tesla Model 3 Performance an einem Tesla Supercharger
Laden unterwegs gehört seit 2022 ganz selbstverständlich zu meinem Autoalltag.

FAST FÜNF JAHRE TESLA

Ich wechsle nicht, weil ich unzufrieden bin

Das ist mir bei diesem Beitrag besonders wichtig.

Wenn jemand hört, dass ich Ende 2026 vom Tesla Model 3 Performance auf einen XPeng G9 wechsle, könnte schnell der Eindruck entstehen, ich sei von Tesla enttäuscht.

Das Gegenteil ist der Fall.

Mein Model 3 hat meine grundsätzliche Überzeugung von der Elektromobilität in den vergangenen Jahren eher verstärkt als infrage gestellt.

Sehr wenig Wartungsaufwand

Bei meinem Tesla gab es für mich keinen klassischen regelmäßigen Inspektionsaufwand, wie ich ihn von meinen früheren Fahrzeugen kannte.

Positive Garantieerfahrungen

Arbeiten beispielsweise an den Querlenkern wurden bei meinem Fahrzeug von Tesla ohne größere Diskussion im Rahmen der Garantie erledigt.

Jetzt sogar ein neuer Akku

Aktuell wurde bei meinem Tesla ein Defekt am Hauptakku festgestellt. Auch dieser wird im Rahmen der bestehenden Garantie ersetzt.

Komplett ohne technische Probleme war also auch mein Tesla nicht. Das wäre auch eine ziemlich unrealistische Erwartung an irgendein Auto.

Entscheidend ist für mich vielmehr, wie ein Hersteller mit solchen Problemen umgeht.

Und über meine eigenen Erfahrungen mit Tesla kann ich mich in dieser Hinsicht wirklich nicht beklagen.

Ich kann nur darüber berichten, wie es bei meinem eigenen Fahrzeug gelaufen ist. Und ich habe keinen Grund, Tesla rückblickend schlechtzureden, nur weil mein nächstes Auto von einem anderen Hersteller kommt.

UND DANN KAM DER AUDI SQ7

Noch einmal rund 20.000 Euro Lehrgeld

Parallel dazu hatte ich privat zuletzt wieder einen großen, leistungsstarken Verbrenner: einen Audi SQ7.

Also durchaus wieder genau die Art Fahrzeug, die ich früher besonders gerne gefahren habe.

Mein Audi SQ7
Mein Audi SQ7 – viel Leistung und Fahrspaß, am Ende aber leider auch ein kapitaler Motorschaden.

Dann passierte genau das, was man bei einem Fahrzeug dieser Kategorie natürlich überhaupt nicht erleben möchte: ein kapitaler Motorschaden.

Für mich bedeutet das unter dem Strich einen finanziellen Verlust von ungefähr 20.000 Euro.

Oder weniger technisch gesagt: ungefähr 20.000 Euro, die jetzt einfach nicht mehr auf meinem Sparkonto liegen.

Solche Erfahrungen verändern irgendwann die Sicht auf ein Auto.

DER SQ7 IM VIDEO

Mein Audi SQ7

Vom Audi SQ7 gibt es auch ein Video von mir. Es zeigt ziemlich gut, welche Art von Fahrzeug ich über viele Jahre besonders gerne gefahren habe.

ZWEI TEURE VERBRENNER-ERFAHRUNGEN

Wie viel komplexe Verbrennertechnik möchte ich künftig noch bezahlen?

BMW X6 M50d

Turboschaden

Laut damaliger Werkstattauskunft: etwa 8.000 bis 12.000 Euro Reparaturkosten.

Audi SQ7

Kapitaler Motorschaden

Für mich unterm Strich ungefähr 20.000 Euro finanzieller Verlust.

Tesla Model 3

Seit Februar 2022

Für mich bisher außergewöhnlich geringer Wartungsaufwand und positive Erfahrungen mit Garantie und Service.

Natürlich können auch Elektroautos kaputtgehen. Mein aktuelles Akkuthema beim Tesla zeigt das selbst.

Ich halte deshalb nichts von der Behauptung, ein Elektroauto sei grundsätzlich unkaputtbar.

Trotzdem fehlen beim elektrischen Antrieb zahlreiche mechanisch und thermisch hoch belastete Komponenten, die ein moderner leistungsstarker Verbrennungsmotor benötigt.

Turbolader, klassische Motorölwechsel, Teile der Abgasnachbehandlung und viele weitere Komponenten spielen beim reinen Elektroantrieb schlicht keine Rolle.

Nach meinen persönlichen Erfahrungen mit BMW und Audi ist das für mich inzwischen ein wichtiges Argument für den Elektroantrieb.

LAUFENDE KOSTEN

Weniger klassische Wartung – und weniger Bremsenverschleiß

Neben möglichen großen Reparaturen interessieren mich natürlich auch die laufenden Kosten eines Autos.

Bei meinem Model 3 hatte ich über die Jahre praktisch keinen klassischen Inspektionsrhythmus, wie ich ihn von meinen früheren Fahrzeugen gewohnt war.

Natürlich benötigt auch ein Elektroauto Reifen, Fahrwerksteile, Bremsflüssigkeit und andere Verschleißteile.

Aber zahlreiche klassische Wartungspositionen eines Verbrennungsmotors fallen einfach weg.

Weniger klassische Motorwartung

Kein Motorölwechsel, keine Zündkerzen und kein Verbrennungsmotor mit zahlreichen thermisch und mechanisch beanspruchten Komponenten.

Rekuperation schont die Bremsen

Im Alltag wird ein großer Teil der Verzögerung vom Elektromotor übernommen. Die mechanische Bremse muss dadurch deutlich weniger arbeiten.

Was bedeutet Rekuperation?

Beim Elektroauto kann der Elektromotor beim Verzögern gleichzeitig als Generator arbeiten.

Das Fahrzeug wird dadurch abgebremst, während ein Teil der Bewegungsenergie wieder in den Akku zurückfließt.

Die klassischen mechanischen Bremsen werden im normalen Alltag dadurch deutlich weniger beansprucht.

Gerade wenn man ein Fahrzeug viele Kilometer fährt, sind solche Dinge über mehrere Jahre für mich durchaus relevant.

WARUM ALSO DER WECHSEL?

Warum ich von Tesla zu XPeng G9 wechsle

Nicht das Auto hat sich verändert – meine Anforderungen haben sich verändert.

Wenn ich mit meinem Tesla zufrieden bin, stellt sich natürlich eine naheliegende Frage:

Warum behalte ich ihn dann nicht einfach?

Die Antwort ist eigentlich ziemlich simpel.

Meine Anforderungen an ein Auto sind heute andere als Ende 2021.

✓ mehr Platz

✓ höherer Einstieg

✓ bequemere Sitzposition

✓ mehr Komfort auf Langstrecken

✓ mehr Platz für Reisegepäck

✓ praktischerer Kofferraum

✓ Anhängerbetrieb

✓ komfortableres Reisen

✓ insgesamt größere Fahrzeugklasse

Ich suche deshalb nicht einfach einen Nachfolger für mein Model 3.

Ich suche heute schlicht eine andere Fahrzeugklasse.

EINE INTERESSANTE PARALLELE

2021 Tesla – 2026 XPeng

Bei meinem Wechsel von Tesla zu XPeng G9 gibt es für mich eine interessante Parallele zu meiner Entscheidung im Jahr 2021.

Ende 2021 war Tesla in Deutschland noch längst nicht so selbstverständlich auf unseren Straßen wie heute.

Trotzdem entschied ich mich damals ganz bewusst für Tesla.

Nicht, weil es die traditionsreichste Marke war.

Nicht, weil jeder Nachbar einen Tesla fuhr.

Sondern weil mich das technische Gesamtkonzept überzeugt hat.

2021

Tesla

Noch vergleichsweise ungewöhnlich, aber technisch für mich überzeugend.

2026

XPeng

In Deutschland noch eine junge Marke – aber erneut überzeugt mich das technische Gesamtkonzept.

Und 2026 passiert im Grunde etwas Ähnliches noch einmal.

XPeng gehört in Deutschland weiterhin zu den vergleichsweise jungen und vielen Menschen noch wenig bekannten Marken.

Trotzdem habe ich mich nach reichlicher Überlegung für den XPeng G9 entschieden.

XPeng G9 Black Edition im Autohaus
Der XPeng G9 – Ende 2026 beginnt für mich das nächste Kapitel Elektromobilität.

DER NÄCHSTE SCHRITT

Warum schließlich der XPeng G9?

Der G9 verbindet für mich viele Dinge, die bei meiner heutigen Fahrzeugwahl deutlich wichtiger sind als noch Ende 2021.

Komfort & Platz

Viel Platz, eine für mich angenehme SUV-Sitzposition und deutlich mehr Reisekomfort.

Technik

Sehr schnelle Ladetechnik, moderne Software und ein für mich interessantes technisches Gesamtkonzept.

Alltag & Reisen

Mehr Gepäckmöglichkeiten, Langstreckentauglichkeit und die Möglichkeit, einen Anhänger zu ziehen.

Das bedeutet allerdings nicht, dass der G9 für mich bereits gewonnen hat, bevor ich ihn überhaupt über einen längeren Zeitraum gefahren bin.

Der XPeng G9 bekommt bei mir keinen Vorschuss-Sieg. Er bekommt die Chance, sich im Alltag zu beweisen.

WIE GEHT ES WEITER?

Der eigentliche Test beginnt erst nach der Auslieferung

Eine Probefahrt, technische Daten und viele Videos können einiges zeigen.

Sie ersetzen aber keine echte Langzeiterfahrung.

Deshalb werde ich den XPeng G9 nicht nach ein paar Kilometern endgültig beurteilen.

Interessant wird für mich vielmehr:

  • Wie schlägt er sich im täglichen Alltag?
  • Wie sieht der reale Verbrauch aus?
  • Wie funktioniert das Schnellladen tatsächlich?
  • Wie gut ist die Software nach einigen Monaten?
  • Wie komfortabel ist die Langstrecke?
  • Welche Zubehörteile erweisen sich wirklich als sinnvoll?
  • Und welche Dinge nerven vielleicht irgendwann?

Genau darüber werde ich künftig in meinem Bereich „Autos & E-Mobilität mit Fred“ berichten.

MEIN FAZIT

Vielleicht ist es gar kein klassischer Markenwechsel

Vielleicht ist der Wechsel vom Tesla Model 3 Performance zum XPeng G9 deshalb weniger ein klassischer Markenwechsel, als es auf den ersten Blick erscheint.

2021 habe ich mich für ein Auto entschieden, dessen Konzept mich überzeugte, obwohl die Marke in Deutschland damals noch längst nicht so präsent war wie heute.

Ende 2026 mache ich im Grunde etwas Ähnliches noch einmal.

Nur meine Anforderungen sind heute andere.

Gleichzeitig haben mir meine Erfahrungen mit BMW und Audi noch einmal sehr deutlich vor Augen geführt, wie teuer komplexe Verbrennertechnik werden kann, wenn etwas Größeres kaputtgeht.

Das bedeutet nicht, dass ich glaube, ein Elektroauto könne keine Probleme machen.

Aber nach mehreren Jahren Tesla, sehr überschaubarem Wartungsaufwand und meinen persönlichen Erfahrungen mit Garantie und Service ist der Elektroantrieb für mich heute die Technik, auf die ich auch künftig setzen möchte.

Ob der XPeng G9 meine Erwartungen erfüllt, kann ich allerdings nicht nach einer Probefahrt beurteilen.

Dafür brauche ich Alltag, Langstrecke, Winter, Sommer und einige tausend Kilometer.

Und genau darüber werde ich hier bei „Technik mit Fred“ berichten – genauso offen über die guten Dinge wie über diejenigen, die mich vielleicht irgendwann stören.

MEHR ZUM THEMA

Autos & E-Mobilität mit Fred

Meine XPeng-G9-Erfahrungen, Probefahrten, interessantes Zubehör sowie Berichte über Laden und Reisen findest du künftig gesammelt in meinem Bereich „Autos & E-Mobilität mit Fred“.

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